Der Musikverein Hochneukirchen (südliches Niederösterreich) wurde 1848 erstmals als "Blasmusik Hochneukirchen" erwähnt. Das Blasmusikwesen nahm in seiner langen Geschichte und Tradition in Hochneukirchen immer einen besonderen Stellenwert ein und fand auch stets Unterstützung sowie hohe Anerkennung bei der Bevölkerung, den Vereinen und öffentlichen Institutionen. Der Klangkörper umrahmt ca. 40 Veranstaltungen und Auftritte pro Jahr.
Im Jahre 1848 gelang es Johann Schabauer, der in Hattmannsdorf eine Landwirtschaft besaß, mit einigen Bekannten eine Gruppe aufzustellen, die es sich zum Ziel gesetzt hatte, die Musik zu fördern und zu betreiben. Das war eigentlich die Geburtsstunde der Blasmusik in Hochneukirchen. In diesen schwierigen Zeiten ging es nicht darum Großveranstaltungen musikalisch zu umrahmen, sondern man begnügte sich damit, bei verschiedenen Anlässen innerhalb der Dorfgemeinschaft mit Musik die Feierlichkeiten zu gestalten.
In den darauffolgenden Jahrzehnten kamen die Musiker aus dem engeren Verwandten- und Freundeskreis. Als typisches Beispiel für eine solche Entwicklung können die Familien Kuntner-Kager betrachtet werden. Sie ermöglichten es, dass bei kirchlichen und weltlichen Veranstaltungen musiziert wurde. Um 1900 erfolgte die Aufstellung einer zweiten Musikkapelle unter der musikalischen Leitung von Alois Stübegger, einem Gutsbesitzer aus Hattmannsdorf. Um das Jahr 1925 schlossen sich beide Blasorchester zu einem stattlichen Klangkörper zusammen, dem bereits 26 Musiker angehörten.
Während des 2. Weltkrieges gab es keine Feste mit Musikprogramm. Eine Ausnahme dürfte die Eröffnung eines neuen Lagerhauses gewesen sein. Es war in den ersten Nachkriegsjahren sehr schwierig im musikalischen Bereich aktiv tätig zu sein. Es fehlte an interessierten Musikern und es konnten zunächst nur noch wenige halbwegs spielbare Instrumente aufgetrieben werden. Außerdem mussten zuerst junge Musiker auf einem Instrument im Schnellverfahren ausgebildet werden. Für die ersten Ausrückungen lieh man sich noch Feuerwehruniformen aus. Erst später wurde eine Musikeruniform angeschafft, die aus einem blauen Uniformrock bestand, dazu setzte man eine weiße Tellermütze auf und trug eine schwarze Hose.
1960 trat die Musikkapelle dem Niederösterreichischen Blasmusikverband bei, und es erfolgten die eigentliche Vereinsgründung mit Statuten sowie die Aufnahme als Mitglied des Musikbezirkes Neunkirchen. 1962 wurde eine neue Tracht angekauft, die nur sehr wenig verändert wurde. Seit 1971 gibt es Kontakte zu dem Jugendblasorchester Murnau in Oberbayern. Bei einigen Großveranstaltungen wurden die Musikfreunde aus Bayern eingeladen. Einige Male konnte der Musikverein der Einladung ebenfalls Folge leisten und besuchte die Murnauer. Weitere Ausflüge führten die Musiker der Trachtenkapelle Hochneukirchen ins Weinviertel zum 1. Zayataler Musikverein und eine Reise ging nach Stams in Tirol.
Im Juli 1991 eröffnete der Musikverein das Musikheim in der Hauptstraße 25 im Rahmen einer feierlichen Einweihung. Im November 2019 eröffnete der Musikverein sein neues und aktuelles Musikheim in der Schulgasse 4.
Jubiläumsfeierlichkeiten des Musikvereins fanden 1958, 1988, 1995, 1998, 2003, 2008, 2013, 2018 und 2023 statt.
(Nicht alle Kapellmeister oder musikalischen Leiter konnten erwähnt werden. Deshalb sind nur jene Persönlichkeiten angeführt, deren Namen bekannt sind.)
Der Musikverein Hochneukirchen hat bereits zwei Festschriften herausgebracht.
An einer neuen Festschrift wird derzeit intensiv gearbeitet. Sobald diese fertig ist werden wir euch darüber informieren.
Erfolgreiches Musizieren und zahlreiche Auftritte erfordern intensive Vorbereitungs- und Probenarbeit, die sehr viel Zeit in Anspruch nehmen sowie besonderes Engagement voraussetzen.
Die musikalischen Umrahmungen bei kirchlichen Feiern oder Veranstaltungen der Vereine, die alljährlich durchgeführt werden, können dem Traditionsbereich zugeordnet werden.
Seit mehr als 40 Jahren findet das Neujahrskonzert des Musikvereins Hochneukirchen im Festsaal der Marktgemeinde Hochneukirchen-Gschaidt jeweils am 1. Jänner statt. Der Musikverein bemüht sich ein abwechslungsreiches Programm mit verschiedenen Musikrichtungen, Soloauftritten und Gesang zu gestalten, um ein breites Publikum mit den musikalischen Darbietungen anzusprechen. Während des Faschings gönnen sich die Musiker eine kurze Pause, denn nun sind Tanzmusikgruppen und Unterhaltungsmusik bei den verschiedenen Ballveranstaltungen aufgenommen.
Erst am Faschingsdienstag tritt der Musikverein beim sogenannten "Noantreffen" wieder auf, marschiert auf der Hauptstraße und spielt in den einzelnen Lokalen auf.
Mit dem Beginn der Fastenzeit wird auch die Probentätigkeit wieder aufgenommen. Am Palmsonntag startet mit den feierlichen Prozessionsmärschen die eigentliche Saison, denn nun häufen sich die musikalischen Aktivitäten.
Besondere Freude bereitet allen Musikern das Maispielen. Dieses Brauchtum wird seit 1955 gepflegt. Die Musiker spielen in zwei Gruppen auf und sind zwei Tage unterwegs, um alle Ortschaften des Gemeindeverbandes Hochneukirchen aufsuchen zu können. An dieser Stelle sei allen Bewohnern gedankt, die durch ihre großzügige Unterstützung die erfolgreiche Arbeit einer Blasmusikkapelle ermöglichen.
In den nächsten Wochen erfolgt die Mitgestaltung der heiligen Messe in Hattmannsdorf und am ersten Kirtag (Florianikirtag), der immer vier Wochen nach Ostern abgehalten wird. Die Musikkapelle begleitet an diesem Festtag auch die beiden Feuerwehrverbände Hochneukirchen und Maltern zur Kirche und nach dem Spielen der heiligen Messe marschiert der Festzug zum Frühschoppen.
Bei der Sonnwendfeier am Gartenriegel musiziert seit Jahren eine kleinere Abordnung des Musikvereins.
Seit 1991 veranstaltet der Musikverein, wenn es kein Jubiläum der Trachtenkapelle zu feiern gibt, das schon zur Tradition gehörende Dorffest, da an diesem Tag von jedem Einzelnen viel Einsatz und Engagement verlangt wird, werden andere Musikgruppen eingeladen, welche die musikalische Unterhaltung übernehmen.
Am Sonntag erfolgt auf dem Hutwischgelände die musikalische Umrahmung der Gedenkmesse für die Gefallenen und Vermissten der Buckligen Welt, die vom Österreichischen Kameradschaftsbund - Ortsverband Hochneukirchen organisiert wird. Nach der heiligen Messe und den darauffolgenden Festreden darf ein Frühschoppen bei dieser Veranstaltung nicht fehlen.
In den Sommermonaten Juli und August gibt es, wenn keine speziellen Festlichkeiten angesagt sind, einige spielfreie Wochenenden.
Am 2. Kirtag, der zu Ehren des Kirchenpatrons Bartholomäus Ende August stattfindet, feiert der Musikverein den "Tag der Blasmusik".
Das Erntedankfest am 2. Oktobersonntag führt wiederum zu einer musikalischen Mitgestaltung. Zu Allerheiligen versammeln sich die Musiker vor dem Kriegerdenkmal zu einer Gedenkfeier für die Opfer beider Weltkriege. Anschließend begleitet der Musikverein den Festzug mit Musik auf den Friedhof.
Nachdem die Mitgliedsbeiträge eingelangt sind, wird Ende November die Jahreshauptversammlung einberufen. Nach der Mitgestaltung des Gottesdienstes sorgt der Musikverein für einen ordnungsgemäßen Ablauf der Versammlung, indem die Referenten über ihre Funktion und das vergangene Jahr berichten. Dabei wird die Öffentlichkeit über die zahlreichen Aktivitäten aber auch z.B. die finanzielle Gebahrung des Vereins informiert.
Ein spezieller Dank wird auch allen Anwesenden bei einer Weihnachtsfeier, die im Dezember stattfindet, ausgesprochen. Das "Turmblasen" vor und nach der Mette am Heiligen Abend gestaltet seit Jahrzehnten eine Bläsergruppe des Musikvereins.
Neben diesen traditionellen Anlässen im Jahreskreis werden weitere musikalische Aktivitäten gesetzt. Die freundschaftlichen Kontakte zu den Musikkapellen der Nachbarbundesländer Burgenland und Steiermark sowie zu der Bezirksarbeitsgemeinschaft Neunkirchen-Wr. Neustadt verpflichten auch zu Besuchen als Zuhörer bei Konzerten oder als Teilnehmer bei Musikertreffen.
Aus den Reihen des MV Hochneukirchen sind immer wieder kleine Gruppen hervorgegangen, die Hochneukirchen auch über die Grenzen der Marktgemeinde hinaus repräsentieren. Es sind dies "Toni`s Blasmusik", "Die original fidelen Huatwischteifln", "Aufg´spüt", "Sprutz Zuzzler", "Tanzlmusi - die Genehmiger" oder das "Drei Leidn Trio".
Besondere Erfolge erzielte der Musikverein Hochneukirchen bei den Marschmusikbewertungen in der Höchststufe E und den Konzertwertungsspielen. Die Ehrenpreise des Landeshauptmannes in Bronze, Silber und Gold sowie der Sonderpreis wurden auf Grund vielfacher Auszeichnungen bei den Konzertmusikbewertungen dem Musikverein Hochneukirchen ebenfalls verliehen.